Didacta 2019 – ein Messebesuch

Am 19. Februar, dem ersten Tag der Didacta 2019, fahre ich zu dieser größten Bildungsmesse auf deutschem und, wenn man Wikipedia glauben mag, auch europäischem Boden. Jährlich rotierend zwischen den drei deutschen Standorten Hannover, Stuttgart und Köln, findet sie in diesem Jahr in Köln statt.

Für mich ist es das erste Mal, dass ich diese Messe besuche. Als Bibliothekarin habe ich zwar schon allerhand Berührung mit der Digitalisierung in den verschiedensten medialen Bereichen gehabt, aber in meiner seit Beginn des Jahres neuen Funktion als Koordinatorin im Zentrum für digitale Lernwelten beim Schulamt Krefeld, bin ich nochmal mit ganz anderem Blick auf der Suche nach Informationen und Austausch in diesem Bereich. So gibt es unter anderem hier auf der Didacta die Möglichkeit Geräteausstattung für Schule mal im Live-Betrieb zu sehen und auch anzufassen und auszuprobieren.
Mit einer Kollegin aus dem Bereich Medienberatung und einem Kollegen aus dem Medienzentrum geht es gemeinsam aber erstmal in den täglichen Stau auf der A57 rund um Krefeld. Eine Stunde später – eigentlich recht glimpflich für nordrhein-westfälische Stauverhältnisse – erreichen wir die Abfahrt zum Kölner Messegelände hinter der Zoobrücke – mit uns natürlich auch unzählige andere Messebesucher. Unmittelbar verirren wir uns zunächst im nicht wirklich besucherfreundlich ausgestatteten Parkplatz-Wegweiser-System, finden schließlich glücklich ins Parkhaus und nutzen von dort den Bus-Zubringerdienst. Glücklich vor dem Messe-Eingang Nord abgesetzt brauchen wir nach Taschenkontrollprozedere und Jackenabgabe alle erstmal zur Stärkung einen Kaffee.

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Der erste Eindruck: vielversprechend!
Und das Messe-Highlight genau richtig für mich: Wo ich doch so gerne die Schule der Zukunft erleben möchte!

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Nach der Einlasskontrolle werden wir von einem drohnenbetriebenen Zeppelin begrüßt, der die Schule der Zukunft anpreist. Überhaupt ist vieles in den Messehallen dem Thema Digitalisierung und Zukunftsfähigkeit des Bildungssystems gewidmet. Trotz aller digitaler Innovationen gibt es aber natürlich auch eine Menge analog Haptisches – so z.B. auch das gute alte Medium Papier, aber dazu später noch mehr.

Eine große Bandbreite an Ausstellern aus den Bereichen IT-Hard- und Software, Verlags- und Einrichtungswesen, sowie Bildungsorganisationen und staatliche und kulturelle Institutionen zeigen Möglichkeiten und praktische Beispiele für den Bildungsbereich.

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Von Nachhaltigkeitskonzepten, über diverse mediale Formen zur Unterrichtsgestaltung, Klassenraum-, Labor- u. Werkstattausstattungen geht es bei allen Ausstellern darum Schule, Ausbildung und Lehre mit Gerätschaften und medialen Inhalten in ihrer Vielfalt zu berücksichtigen, neueste Errungenschaften und Altbewährtes zu präsentieren. So empfinde ich es als logisch, dass hier das neueste Tablet in unmittelbarer Nähe zum für an Grundschule natürlich unabdingbaren Smiley-Haftzettelblock und Blümchen-Stempel zu finden ist.
Gefesselt bin ich tatsächlich auch vom Stand mit analoger Biologieraum-Ausstattung und dem wunderbaren Menschmodell, das uns doch irgendwie den Weg in die Zukunft zu weisen scheint…

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Nach Besuch des Standes der Medienberatung NRW und kurzer Vorstellung geht es auch zum Stand von EDMonD NRW, dem Onlinedienst für Bildungsmedien der Medienzentren in NRW. Auch hier stellen mich meine Kollegin und mein Kollege als „die Neue“ im Medienzentrum Krefeld vor.
Danach stolpern wir als nächstes über den Stand des WDR, der uns seine neu entwickelte Zeitzeugen-App vorstellt. Wir können gleich mal ausprobieren, wie man sich per Tablet und Kopfhörer Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges quasi in seine unmittelbare Umgebung holt. Diese sitzen einem dann gegenüber und erzählen von ihren Erlebnissen. Über die Kopfhörer wird dann ein zur jeweiligen Erzählung passender Soundtrack eingespielt, der die geschilderten Erlebnisse sehr realistisch untermalt. Wir sind jedenfalls wirklich ergriffen.
Über die diversen neuen Möglichkeiten und Entwicklungen kommt man an allen Ständen ins Gespräch. Und die meisten Standbeschicker sorgen darüber hinaus sogar auch noch für das leibliche Wohl der Messebesucher. So erhält man von Softdrinks über Kaffee bis zu Keksen, Schokolade und Gummibärchen fast alles, was der sich die Füße platt gelaufene Interessierte zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit so benötigt.
Trotzdem leisten wir uns am Mittag einen (sauteuren) Snack in einem der Restaurants, weil man nach mit Aufmerksamkeit „bezahlten“ Süßigkeiten erstmal was Herzhaftes und Zeit zum „Sacken lassen“ der ganzen Infos braucht.

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Gut gestärkt geht es weiter im Sinne von Excellenzbildung in Schule, Forschung und Lehre. 😉

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Mein Hauptaugenmerk liegt ja auf den vorgestellten digitalen Medien, darum trenne ich mich immer mal wieder von den Kollegen, die gezielten Informationsbedarf in anderen Bereichen haben, und schaue mir Aufbewahrungsmöglichkeiten und Nutzungsbeispiele im Alleingang an.

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Die aufgebauten Parcours zum Erlernen von Programmierungen in diversen Altersstufen und von den diversen Herstellern verführen zum spielerischen Ausprobieren.

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Bei all der gezeigten, faszinierenden, digitalen Hightech-Welt fällt mir dann dieser Anachronismus ins Auge.
Voll retro, mein erster Eindruck, Humor gibt es hier also auch, mein zweiter…;-)

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Bausätze, die Kinder und Jugendliche ansprechen, analytisches Denken und Grundfunktionen der Programmierung sowie Funktionsweisen von Robotern vermitteln, gibt es hier auf vielfältigste Weise.

 

 

Beispiele für Makerspace-Einrichtungen Marke „Eigenbau“ finde ich besonders nett. Sehr kreative und ästhetische Ideen dafür, was man so alles aus Europaletten machen kann:

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Der Blick zurück darf bei so viel Zukunftsgewandheit natürlich auch nicht fehlen. Da sind dann nicht nur die wandmontierten Sitzmöbel, sondern ich finde an einem Stand auch ein sogenanntes Comptometer, eine in Amerika im 19. Jahrhundert erfundene mechanische Rechenmaschine. Und welch Freude, ich darf sie sogar mal benutzen! 🙂

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Neben vielen Eindrücken und Informationen, die ich digital-neuronal mitnehme, schleppe ich schließlich auch einen großen Haufen haptisches Info-Material aus Papier mit nach Hause, respektive ins Büro. Gut nur, dass es Stände gibt, an denen mit dem Infomaterial gleich Riesentaschen ausgegeben werden und es den Buszubringer zum Parkhaus gibt.

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Am Ende geht es mir wie NAO: ganz schön geschafft von den vielen Informationen!

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Und ich bin froh, als wir alle wieder im Auto sitzen und auf dem Weg nach Krefeld noch mal unsere Eindrücke Revue passieren lassen.
Mein Fazit: Absolut interessant, inspirierend und informativ die Didacta 2019!

Bettina Schüren

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