Krefelder Medienfachtag 2019

Am 8. April 2019 trafen sich Lehrerinnen und Lehrer in der Mediothek zum zweiten Medienfachtag in Krefeld.
Dieser Tag wird unter Beteiligung vieler Akteure ausgerichtet. Federführend ist dabei  das für die Lehrerfortbildung in Krefeld zuständige Kompetenzteam und die für Schulen und den Schulträger tätige, vom Land etablierte Medienberatung Krefeld. Hinzu kommt das zum Fachbereich Schule gehörende Zentrum für digitale Lernwelten und natürlich die Mediothek, in deren Örtlichkeiten der Tag schließlich stattfindet.
Und zum wiederholten Mal wurde bewiesen, dass eben nicht immer zutrifft, dass „viele Köche den Brei verderben“ müssen.

Für die Teilnehmenden ging es auf jeden Fall ein weiteres Mal einen ganzen Tag lang darum, Möglichkeiten digitaler Anwendungen für den Unterricht vorgestellt zu bekommen. Gleichzeitig sollten diese Anwendungen ausprobiert und didaktische Ansätze für deren Einsatz vermittelt werden.

Natürlich benötigt ein solcher Tag eine ausführliche Planung und konzertierte Vorarbeiten vieler Beteiligter. Ebenso wichtig sind erfahrene Referenten und helfende Hände, die den Veranstaltungsort durch Gedanken- und Muskelkraft vorbereiten und gestalten. Und nicht zuletzt braucht man auch immer mal jemanden, der einfach noch schnell Mülltüten oder Pappteller besorgen oder was hin und her schleppen kann. 😉
Ohne die strukturierte Federführung von Mandy Weidner, Co-Leitung des Kompetenzteams Krefeld, und die hervorragende Aufnahme des „zugespielten Balles“ durch das Mediothek-Team (mit dem Bereitstellen von Material, Mitdenken und (Wo-)Manpower), wäre dieser Tag also überhaupt nicht möglich!
Als Neuling in der Vorbereitungstruppe konnte ich sehr einfach in ein „gemachtes Nest“ hüpfen und mithelfen, einen bereits gut strukturierten Plan umzusetzen. Dafür an dieser Stelle einfach mal allen Beteiligten mein herzliches Dankeschön!

Am Samstag vor dem Medienfachtag traf sich ein erlesener Kreis williger Helfer, um die Mediothek nach der Schließung für den Montag umzurüsten: Es wurden Wagen gerollt, Tische geschleppt, Stühle gestellt und Veranstaltungstechnik, Router und WLAN-Anbindung getestet.

 

Von meinem Arbeitsplatz, dem Zentrum für digitale Lernwelten im Behnischhaus Krefeld, wurden diverse Materialien in die Mediothek mitgebracht – Beamer, Leinwand, Ozobots, Lego We do und iPad-Koffer begleiteten unser ZfdL-Team:

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Für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer hatten wir im Vorfeld Namensschilder erstellt. Diese wurden nun alphabetisch sortiert zurecht gelegt, damit die Ausgabe am Montag schnell erfolgen konnte.

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Und für den Durst der Teilnehmenden wurden Getränke drapiert. Fast nicht zu glauben, dass man auch hierbei sehr kreativ werden kann…;-)

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Reminder fürs nächste Jahr: Vielleicht drapieren wir ein M F T für Medienfachtag?! 🙂

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Und dann war erst einmal alles fertig und es ging für die Helfer ins Wochenende.
Der Montag startete dann früh um 7:30 Uhr mit letzten Vorkehrungen.
Der Caterer lieferte den für so eine Veranstaltung unabdingbaren Kaffee und weitere kulinarische Highlights.
Klare Devise: Wer den Verstand beschäftigt, muss auch für den Körper was tun!

Foto rechts:©Martin Kramer

Und dann trudelten die ersten Teilnehmer des Fachtags ein und es ging los:

 

Bei seiner Begrüßung der mehr als 100 Teilnehmenden sprach der Krefelder Oberbürgermeister, Frank Meyer, davon, dass die digitale Transformation der Gesellschaft eine der größten Herausforderungen unserer Zeit sei, die allerhand Chancen biete.

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Foto:©Martin Kramer

Am Zentrum für digitale Lernwelten (ZfdL Krefeld) erlebe ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen gerade die Herausforderungen der digitalen Transformation hautnah bei der Aufstellung und Strukturierung eines Medienentwicklungsplanes für die Krefelder Schulen. Für den Schulträger beginnt da erstmal die Herausforderung mit der Sorge um gescheite Kabel für genügend Internetkapazitäten, gefolgt von der nötigen WLAN-Ausleuchtung jedes einzelnen Schulgebäudes. Erst danach kann die Geräteausstattung ins Spiel kommen, die die Menschen in Schule überhaupt in den Genuss der Chancen von Digitalisierung bringt.
Wir sind da also mitten im Prozess hierfür die notwendigen Grundlagen zu schaffen und ich bin zuversichtlich, dass wir trotz einiger Widerstände dieses Ziel in Krefeld erreichen werden. Und deshalb gilt es auch schon jetzt, die Lehrkräfte der derzeit 56 Krefelder Schulen sukzessive fortzubilden und für die künftige Aufgabe der Medienkompetenzvermittlung fit zu machen.
Das Krefelder Kompetenzteam und die Medienberatung arbeiten hieran schon seit mehr als zwei Jahren. Im vorigen Jahr hat es deswegen bereits den Schulterschluss mit der Mediothek für die Ausrichtung eines entsprechenden Fachtages gegeben. Die Mediothek ist nicht nur ein guter Ort für diese Fortbildung, weil sie über die nötigen räumlichen Kapazitäten und grundsätzlich hinreichende Internetkapazitäten verfügt, sondern auch deshalb, weil sie sich ebenfalls Medienkompetenzvermittlung auf die Fahnen schreibt.
In Zeiten großer Herausforderungen gilt es für beide Institutionen geeignete Synergien zu schaffen!

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Nachdem dann auch die Mediotheksleiterin sowie die Schulrätin und Generalistin für Digitale Bildung die Anwesenden begrüßt hatten, startete die Veranstaltung mit einem so informativen wie launigen Einstiegsvortrag des Referenten Sebastian Schmidt zur Unterrichtsmethode des Flipped Classroom. Wer darüber mehr wissen möchte, dem sei der Wikipedia-Artikel hierzu empfohlen. Ich finde, er erläutert ganz gut, was damit gemeint ist.

 

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Als Lehrer einer Realschule in Neu-Ulm stellte Sebastian Schmidt anhand zahlreicher Praxisbeispiele seine Vorgehensweise bei der Umstellung seines Unterrichts vor. Humorvoll berichtete er von seinem – wie sich herausstellte unpassenden –  Perfektionswillen bei der Erstellung von Youtube-Videos zur Erklärung von mathematischen Sachverhalten. Ich fand seine Art auch vom Scheitern gut durchdachter Konzepte zu berichten sehr erfrischend. Manchmal hebeln Schüler eben  mit ihrem Vorsprung in Sachen Mediennutzung Lehrer-Konzepte einfach aus. 😉 Schön, dass dieser Lehrer dann gemeinsam mit seinen Schülern eine Fehlerkultur entwickelt. Für mich präsentierte sich Sebastian Schmidt als ein Lehrer, dem ich abnehme, dass er begleitender Lern-Coach sein will.
Ich glaube, sein Vortrag traf sicher den Nerv der Zeit und wohl auch den der Anwesenden.
Nach dem gelungenen Einstieg verteilten sich die Teilnehmer dann auf die Workshops, die sie im Vorfeld gebucht hatten. Im Angebot waren insgesamt sechs zu Themen wie Flipped Classroom, tablets im Schulunterricht – einmal iPads im unterrichtlichen Einsatz an allen Schulformen und einmal unter dem Aspekt des inklusiven Unterrichts.
Learning Apps für die individuelle Förderung waren ebenso Thema wie der zuletzt eingeführte Bereich „Problemlösen und Modellieren“ des Medienkompetenzrahmens NRW.

Die Workshop-Referenten Marc Sievers, Anja Worts, Ida Mikosch, Michael Simon und Christian Jansen kamen ebenfalls wie Sebastian Schmidt selbstverständlich alle aus der Praxis des Unterrichtsbetriebes und hatten zudem noch weitere Funktionen in Medienberatung, Kompetenzteam oder als Ausbilder im didaktischen Seminar.

 

Da es in der Mediothek natürlich auch ein buntes Potpourrie an medialer Expertise gibt, wurde auch von hier ein passender Workshop angeboten.
Dabei ging es um die digitale Recherche im Online-Zeitungskiosk PressReader, um die eLearning Angebote der Mediothek (alles erreichbar über die Webseite www.mediothek-krefeld.de) und ein spezielles Recherchetraining für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. Durchgeführt wurde dieser von den Bibliothekaren Petra Sturk und Tilo Mieth.

 

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Jeder Teilnehmende hatte die Möglichkeit an zwei der angebotenen Workshops teilzunehmen, da die Panels des Vormittags nachmittags wiederholt wurden.

 

Bei so viel fachlichem Input darf natürlich der Austausch über das gerade Gelernte nicht zu kurz kommen, weshalb zwischen den Kurseinheiten immer wieder Gelegenheit war bei einer Tasse Kaffee zu netzwerken.

 

Nach einer Mittagspause mit stärkendem Fingerfood und strahlendem Sonnenschein, der zu einem kurzen Spaziergang einlud, ging es in die zweite Workshop-Schiene.

 

 

Am Ende des Tages stehen einige Erkenntnisse:

Viele Lehrkräfte benötigen fachpraktische Unterstützung, um die Chancen digitaler Medien in den Unterricht einzubauen.

Die sich permanent wandelnden Möglichkeiten digitaler Medien setzen regelmäßige, fortdauernde Weiterbildung und Austausch aller Handelnden voraus.

Wir müssen weiter an der engen Verzahnung von kommunalen und staatlichen Strukturen im Bereich Schule arbeiten.

Zum guten Schluss gab es die klare Aussage der Anwesenden, dass diese Veranstaltung ins Schwarze trifft.

Und für mich ganz persönlich die Erkenntnis: Ich ziehe nächstes Jahr noch bequemere Schuhe an 😉

Ich wünsche mir, dass der Medienfachtag seinen festen Platz im Weiterbildungsangebot des Zentrums für digitale Lernwelten Krefeld und im Veranstaltungsportfolio der Mediothek Krefeld findet.
Er lohnt sich und ist wegweisend in Zeiten der digitalen Transformation!

Bettina Schüren

 

Didacta 2019 – ein Messebesuch

Am 19. Februar, dem ersten Tag der Didacta 2019, fahre ich zu dieser größten Bildungsmesse auf deutschem und, wenn man Wikipedia glauben mag, auch europäischem Boden. Jährlich rotierend zwischen den drei deutschen Standorten Hannover, Stuttgart und Köln, findet sie in diesem Jahr in Köln statt.

Für mich ist es das erste Mal, dass ich diese Messe besuche. Als Bibliothekarin habe ich zwar schon allerhand Berührung mit der Digitalisierung in den verschiedensten medialen Bereichen gehabt, aber in meiner seit Beginn des Jahres neuen Funktion als Koordinatorin im Zentrum für digitale Lernwelten beim Schulamt Krefeld, bin ich nochmal mit ganz anderem Blick auf der Suche nach Informationen und Austausch in diesem Bereich. So gibt es unter anderem hier auf der Didacta die Möglichkeit Geräteausstattung für Schule mal im Live-Betrieb zu sehen und auch anzufassen und auszuprobieren.
Mit einer Kollegin aus dem Bereich Medienberatung und einem Kollegen aus dem Medienzentrum geht es gemeinsam aber erstmal in den täglichen Stau auf der A57 rund um Krefeld. Eine Stunde später – eigentlich recht glimpflich für nordrhein-westfälische Stauverhältnisse – erreichen wir die Abfahrt zum Kölner Messegelände hinter der Zoobrücke – mit uns natürlich auch unzählige andere Messebesucher. Unmittelbar verirren wir uns zunächst im nicht wirklich besucherfreundlich ausgestatteten Parkplatz-Wegweiser-System, finden schließlich glücklich ins Parkhaus und nutzen von dort den Bus-Zubringerdienst. Glücklich vor dem Messe-Eingang Nord abgesetzt brauchen wir nach Taschenkontrollprozedere und Jackenabgabe alle erstmal zur Stärkung einen Kaffee.

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Der erste Eindruck: vielversprechend!
Und das Messe-Highlight genau richtig für mich: Wo ich doch so gerne die Schule der Zukunft erleben möchte!

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Nach der Einlasskontrolle werden wir von einem drohnenbetriebenen Zeppelin begrüßt, der die Schule der Zukunft anpreist. Überhaupt ist vieles in den Messehallen dem Thema Digitalisierung und Zukunftsfähigkeit des Bildungssystems gewidmet. Trotz aller digitaler Innovationen gibt es aber natürlich auch eine Menge analog Haptisches – so z.B. auch das gute alte Medium Papier, aber dazu später noch mehr.

Eine große Bandbreite an Ausstellern aus den Bereichen IT-Hard- und Software, Verlags- und Einrichtungswesen, sowie Bildungsorganisationen und staatliche und kulturelle Institutionen zeigen Möglichkeiten und praktische Beispiele für den Bildungsbereich.

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Von Nachhaltigkeitskonzepten, über diverse mediale Formen zur Unterrichtsgestaltung, Klassenraum-, Labor- u. Werkstattausstattungen geht es bei allen Ausstellern darum Schule, Ausbildung und Lehre mit Gerätschaften und medialen Inhalten in ihrer Vielfalt zu berücksichtigen, neueste Errungenschaften und Altbewährtes zu präsentieren. So empfinde ich es als logisch, dass hier das neueste Tablet in unmittelbarer Nähe zum für an Grundschule natürlich unabdingbaren Smiley-Haftzettelblock und Blümchen-Stempel zu finden ist.
Gefesselt bin ich tatsächlich auch vom Stand mit analoger Biologieraum-Ausstattung und dem wunderbaren Menschmodell, das uns doch irgendwie den Weg in die Zukunft zu weisen scheint…

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Nach Besuch des Standes der Medienberatung NRW und kurzer Vorstellung geht es auch zum Stand von EDMonD NRW, dem Onlinedienst für Bildungsmedien der Medienzentren in NRW. Auch hier stellen mich meine Kollegin und mein Kollege als „die Neue“ im Medienzentrum Krefeld vor.
Danach stolpern wir als nächstes über den Stand des WDR, der uns seine neu entwickelte Zeitzeugen-App vorstellt. Wir können gleich mal ausprobieren, wie man sich per Tablet und Kopfhörer Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges quasi in seine unmittelbare Umgebung holt. Diese sitzen einem dann gegenüber und erzählen von ihren Erlebnissen. Über die Kopfhörer wird dann ein zur jeweiligen Erzählung passender Soundtrack eingespielt, der die geschilderten Erlebnisse sehr realistisch untermalt. Wir sind jedenfalls wirklich ergriffen.
Über die diversen neuen Möglichkeiten und Entwicklungen kommt man an allen Ständen ins Gespräch. Und die meisten Standbeschicker sorgen darüber hinaus sogar auch noch für das leibliche Wohl der Messebesucher. So erhält man von Softdrinks über Kaffee bis zu Keksen, Schokolade und Gummibärchen fast alles, was der sich die Füße platt gelaufene Interessierte zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit so benötigt.
Trotzdem leisten wir uns am Mittag einen (sauteuren) Snack in einem der Restaurants, weil man nach mit Aufmerksamkeit „bezahlten“ Süßigkeiten erstmal was Herzhaftes und Zeit zum „Sacken lassen“ der ganzen Infos braucht.

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Gut gestärkt geht es weiter im Sinne von Excellenzbildung in Schule, Forschung und Lehre. 😉

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Mein Hauptaugenmerk liegt ja auf den vorgestellten digitalen Medien, darum trenne ich mich immer mal wieder von den Kollegen, die gezielten Informationsbedarf in anderen Bereichen haben, und schaue mir Aufbewahrungsmöglichkeiten und Nutzungsbeispiele im Alleingang an.

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Die aufgebauten Parcours zum Erlernen von Programmierungen in diversen Altersstufen und von den diversen Herstellern verführen zum spielerischen Ausprobieren.

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Bei all der gezeigten, faszinierenden, digitalen Hightech-Welt fällt mir dann dieser Anachronismus ins Auge.
Voll retro, mein erster Eindruck, Humor gibt es hier also auch, mein zweiter…;-)

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Bausätze, die Kinder und Jugendliche ansprechen, analytisches Denken und Grundfunktionen der Programmierung sowie Funktionsweisen von Robotern vermitteln, gibt es hier auf vielfältigste Weise.

 

 

Beispiele für Makerspace-Einrichtungen Marke „Eigenbau“ finde ich besonders nett. Sehr kreative und ästhetische Ideen dafür, was man so alles aus Europaletten machen kann:

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Der Blick zurück darf bei so viel Zukunftsgewandheit natürlich auch nicht fehlen. Da sind dann nicht nur die wandmontierten Sitzmöbel, sondern ich finde an einem Stand auch ein sogenanntes Comptometer, eine in Amerika im 19. Jahrhundert erfundene mechanische Rechenmaschine. Und welch Freude, ich darf sie sogar mal benutzen! 🙂

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Neben vielen Eindrücken und Informationen, die ich digital-neuronal mitnehme, schleppe ich schließlich auch einen großen Haufen haptisches Info-Material aus Papier mit nach Hause, respektive ins Büro. Gut nur, dass es Stände gibt, an denen mit dem Infomaterial gleich Riesentaschen ausgegeben werden und es den Buszubringer zum Parkhaus gibt.

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Am Ende geht es mir wie NAO: ganz schön geschafft von den vielen Informationen!

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Und ich bin froh, als wir alle wieder im Auto sitzen und auf dem Weg nach Krefeld noch mal unsere Eindrücke Revue passieren lassen.
Mein Fazit: Absolut interessant, inspirierend und informativ die Didacta 2019!

Bettina Schüren